2.1.4 Sehenswürdigkeiten rund um Hortobágy

Die ehemaligen Zuchtgebiete der Graurinder, allen voran die berühmte Puszta von Hortobágy, laden heute mit vielfältigen Naturschönheiten, Sehenswürdigkeiten und touristischen Highlights dazu ein, diese Gegend näher zu erkunden.

HORTOBÁGY

Die Puszta erleben:
Nationalpark Hortobágy

Der Nationalpark Hortobágy (HortobágyiNemzeti Park)  ist nicht nur das größte, sondern auch das bekannteste Naturschutzgebiet Ungarns. Das Wort Hortobágy bezeichnet eine landschaftliche Einheit, einen Fluss und seit 1966 auch eine Ortschaft auf der ungarischen Tiefebene. Der Nationalpark wurde am 1. Januar 1973 auf einem Gebiet von 52.000 Hektar gegründet und ist seitdem kontinuierlich auf 82.000 Hektar erweitert worden. Das ist fast so groß, wie die Gesamtfläche von Berlin. Seit 1999 gehört das Gebiet zum UNESCO-Welterbe.

Der Fluss Theiß und seine Nebenflüsse formten die Oberfläche desHortobágyzu einer fast gleichmäßig flachen Tiefebene. Von oben betrachtet sieht die Landschaft wie ein riesiger Teppich aus, nur der FlussHortobágy teilt die Ebene wie ein silbernes Band. An manchen Stellen gibt es kleinere Erhebungen, die sogenannten Kumanenhügel (kunhalom), auch Kurgan genannt, die von den aus dem Osten eingewanderten Kumanen als Wachposten oder als Grabhügel gebaut wurden, also von Menschenhand geformt sind.

In der Nähe der Gewässer kommen 90 Prozent der einheimischen Vogelarten vor. Es sind hier einige seltene und mittlerweile streng geschützte Tierarten zu finden, wie Trappen, Rotfußfalken, Moorenten, verschiedene Reiherarten, Kormorane, Brachschwalben, Seeadler und Kraniche.Insgesamt wurden über 340 verschiedene Vogelarten gezählt. Ein wahres Paradies für Vogelbeobachter!

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die berühmte Neunbögige Brücke von Hortobágy (HortobágyiKilenclyukúHíd), die zwischen 1827 – 1833 nach den Plänen von Ferenc Povolni gebaut wurde. Davor stand hier bereits eine Holzbrücke, die oft von den Viehtreibern benutzt wurde. Nachdem die ständige Reparatur der Holzbrücke immer mehr Geld verschlang, beschloss die Stadt Debrecen, eine stabilere Steinbrücke errichten zu lassen.

In derberühmten Großen Tscharda (Nagycsárda) von Hortobágy, die 1699 als Zoll- und Raststätte an der Kreuzung von wichtigen Handelswegen entstand, serviert man heute landestypische Gerichte aus Biofleisch.Im Hirtenmuseumwird das Leben der Hirten in Bildern und Filmen, aber auch durch die typischen Gegenstände des Berufs vorgestellt.

Der Puszta-Zoo (PusztaiÁllatpark) präsentiertdie alten ungarischen Haustiere sowie die ehemaligen typischen Tierrassen der ungarischen Tiefebene. Hier und auf dem Gebiet des Nationalparks werden die als Hungaricum bezeichneten Tierarten wie das ungarische Graurind, das Zackelschaf, das Mangalicaschwein (Wollschwein), bestimmte Pferderassen und Gänse gezüchtet, um diese speziellen Rassen und ihre Gene zu erhalten. Im Streichelzoo dürfen die Kinder kleine Schafe, Geißlein, Esel und andere Tierkinderstreicheln und füttern. Regelmäßige Veranstaltungen laden Groß und Klein in den Puszta-Zoo ein: So gibt es Märchenabende oder den Abenteuertag für die ganze Familie. Im März werden die zurückkehrenden Störche mit einem Fest begrüßt, im September die Schwalben mit einer Veranstaltung verabschiedet.

Ein spannendes Naturschauspiel ist zweifellos der Herbstzug der Kraniche. Beim Sonnenuntergang im Oktober können mehrere zehntausend Vögel beobachtet werden, wenn sie über die Puszta zu ihren Übernachtungsplätzen ziehen. In dieser Zeit werden auch geführte Kranich-Wanderungen angeboten.

Berühmt ist auch das Gestüt von Máta mit 280 Pferden. Dank seiner traditionsreichen und einzigartigen Zuchtgeschichte nimmt es unter den europäischen Gestüten eine Sonderstellung ein. Seine Bekanntheit verdankt es den Reitkünsten der Hortobágyer Pferdehirten und der Zucht der Noniusrasse.

InHortobágy befindet sich auch der größte aktiveHandwerkerhof Ungarns: In zahlreichen Werkstätten wird das Handwerk von elf verschiedenen Berufen der Region vorgestellt. Gürtelmacher, Trachtennäherinnen, Käsemacher, Filzer, Weber, Seifenmacher, Töpfer, Holzschnitzer und andere führenhier den Besuchern ihr altes Kunsthandwerk vor.

Zu den regelmäßigen Events des Nationalparks gehören u. a. das alljährliche Hirtentreffen mit Gulaschkochwettbewerb zu Pfingsten, der Hortobágyer Brückenmarkt im August und das Kranichfest im Oktober.

Besucherzentrum Hortobágy
Petőfitér 9
H-4071 Hortobágy
Tel.: + 36 52 589-000
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www.hnp.hu

Hajdúböszörmény

Die Stadt nordwestlich von Debrecen war einst die „Hauptstadt“ der Hajduken, heute hat sie 32.000 Einwohner.
Der Bocskai Platz
(Bocskaitér), der zentrale Platz der Stadt, wurde 2013–14 komplett renoviert und neu gestaltet. Das Rathaus und das ehemalige Verwaltungsgebäude, das heute das Hajdukenmuseum beherbergt, wurden ebenfalls aufwendig saniert. Im imposanten Innenhof des Museums finden im Sommer kulturelle Veranstaltungen statt.
Zwei Statuen schmücken den Platz, die Statue des Fürsten IstvánBocskai, der die Hajduken mitsamt Privilegien angesiedelt hatte, und eine Skulptur mit den „Tanzenden Hajduken“. Die sieben tanzenden Figuren symbolisieren die sieben Hajdukenstädteund ihre Verbundenheit. Ein moderner Springbrunnen und eine Plastik, die die Struktur und die Entwicklung der Stadt nachzeichnet, vervollständigen die harmonische Einheit des neu gestalteten Platzes.

Das Hajdukenmuseum (HajdúságiMúzeum) in Hajdúböszörmény zeigt die Geschichte der Region „Hajdúság“ von den archäologischen Funden aus dem 10. Jahrhundert bis heute. Eine besondere Stellung nimmt die Geschichte der Hajduken ein: Die typischen Waffen und Kleidungsstücke, aber auch viele Dokumente und Bilder zum Aufstieg der Hajduken und ihrer Siedlungen sind hier ausgestellt.

2014 wurde ein neues Denkmal eingeweiht, die Statue eines Grauochsen, eine Arbeit des Bildhauers LajosBíró. Die lebensgroße Tierfigur steht auf dem ehemaligen Marktplatz von Hajdúböszörmény und erinnert an die Zeiten des regen Viehhandels.
Das Gedenkhaus von MiklósKárpát ist ein traditionelles Bauernhaus mit drei Räumen. Hier lebte der Maler der Puszta,MiklósKárpát (1886–1935), der selbst viele Jahre als Hirte arbeitete und das Leben der Tierhüter sowie die Landschaft von Hortobágy in zahlreichen Bildern auf die Leinwand brachte.

HajdúságiMúzeum
Kossuth Lajos utca 1
H-4220 Hajdúböszörmény
Tel./Fax: +36 52 229 038
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.hajdusagimuzeum.hu

Balmazújváros

Die Stadt mit ca. 18.000 Einwohnernist ein Verwaltungszentrum direkt in der Nähe von Hortobágy und bietet einige Sehenswürdigkeiten.Das Schloss Semsey, das ehemalige Landhaus der Großgrundbesitzer-FamilieSemsey, wurde im 19. Jahrhundert in klassizistischem Stil erbaut. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde das prächtige Gebäude 2013 als Museum und Veranstaltungsort wieder eröffnet.

Das Rathaus, das 1909–1911 erbaut wurde, ist eines der schönsten Gebäude der Stadt. An der Fassade sieht man das Stadtwappen mit einem typischen Vogel der Puszta, der Trappe mit drei Ähren: Das Bild symbolisiert einerseits die Freiheit, andererseits die wichtigste Einnahmequelle der Stadt, die Landwirtschaft.

In der Hutmacherwerkstatt von Gyula Mihalkókann man das traditionelle Handwerk des Hutmachers hautnah erleben. Die Familie Mihalkóblickt auf eine lange Tradition bis zum Jahr 1800 zurück. Wie seine Vorfahren stellt Gyula Mihalkó aus Schafwolle Hirtenhüte, aber auch andere Kopfbedeckungen nach alter Tradition und in Handarbeit her. Bei ihm kann man die Kunst des Hutmachens selbst ausprobieren und erlernen.Das Haus bietet auch zwei Zimmer zum Übernachten an.

Das ebenfalls neu eröffnete Heil-,Thermal- und Strandbad Kamilla erwartet die Badegäste mit mehreren Becken, Whirlpool, Sauna, Dampfbad, Salzgrotte und mit Massage- und Wellnessangeboten. Übernachten kann manimThermal Hotel Balmaz (4-Sterne-Hotel mit Thermalbecken und Sauna) direkt nebenan.

Die aus Holz geschnitzten Hirtenskulpturen von Béla Mónus zeigen die in der Region bekannte Hierarchie der Hirten: An erster Stelle – wie man erzählt, knapp hinter dem lieben Gott – steht der Pferdehirte (csikós), dann folgt der Rinderhirte (gulyás), der Schafhirte (juhász), der Schweinehirte (kondás) und diearme Gänseliesl schließt die Reihe (libapásztorlány).

Hutmacherwerkstatt Mihalkó
Szegfűsor 1/A
H-4060 Balmazújváros
Telefon: +36 30 528-8015
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mihalkogyula.hu

Hajdúszoboszló

Die Stadt unweit von Debrecen ist vor allem für ihren riesigen BäderkomplexHungarospabekannt, den größten in ganz Ungarn. Hier finden die Badegäste alles, was das Herz begehrt: Erlebnisbäder, Aquapark mit Abenteuerrutschen, Thermalbecken, Heilbäder, Schwimmhalle, Sauna, Wellness und Sportplätze auf einem Areal von 30 Hektar.Die Sensation des Freibades ist „die mediterrane Küste“ mit einer Wasserfläche von 6.200 Quadratmetern, umgeben von Sandstrand und Palmen.Die Entdeckung der Heilquellen verdankt die Stadt einem Zufall. Bei Bohrungen nach Erdgas im Jahr 1925 kam aus der Tiefe von über 1.000 Metern etwas anderes nach oben, nämlich das 73 Grad warme, bräunliche Thermalwasser, das auch heute nochdie Bäder speist. Das Wasser enthält Jod, Brom und Kochsalz und wird in erster Linie für Rheumatiker empfohlen.

Weitere Infos: www.hungarospa.hu

Hajdúnánás

Strohflechten hat in Hajdúnánás eine lange Tradition. In der Werkstatt AranyszalmaAlkotóházkann man das alte Handwerk bewundern und erlernen. Die ständige Ausstellung zeigt allerlei Gegenstände aus Stroh wie Körbe, Hüte, Erntekränze und Taschen. Das alte Bauernhaus bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten an. Im Bauernhof „Kendereskert“ wurde auch eine Grauochsenstatue (Ochse mit Hund) des Bildhauers Lajos Bíró aufgestellt.

TourinformHajdúnánás
Köztársaságtér 6
H-4080 Hajdúnánás
Telefon/Fax: + 36 52 382-076
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.hajdunanas.hu

Nádudvar

Der Ort ist für seine Schwarzkeramik bekannt, die hier bereits seit dem 16. Jahrhundert hergestellt wird. Die schwarze Farbe erhalten die Tongefäße dadurch, dass beim Brennen in der Endphaseder Ofen abgedichtet wird und dadurch rußhaltiger Rauch entsteht.

Tiszafürded und der Theiss-See

Der Theiss-See (Tisza-tó) ist ein künstlich errichteter Stausee und enstand 1973 im Zuge der Theiss-Regulierung. Mittlerweile hat sich der See zu einem beliebten Naherholungsgebiet und einer echten Alternative zum Plattensee entwickelt und zieht nicht nur Badegäste und Wassersportler, sondern auch Angler an. Der Ort Tiszafüred am See ist ein beliebter Urlaubsort. Das Vogelreservat am Theiss-See ist streng geschützt, hier lassen sich bei geführten Bootstouren seltene Vogelarten beobachten.
Ungarns zweitgrößten See kann man auch mit dem Rad umrunden, ein 120 km langer asphaltierter Radweg steht den Fahrradfahrern zur Verfügung. Hier entlang verläuft auch der internationale Radweg EUROVelo 11.

TourinformTiszafüred
Fürdő u. 21
H-5350 Tiszafüred,
Tel./Fax: +36 59 511-123
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.tiszafured.hu

Debrecen

Zum Schluss soll das eigentliche Zentrum des Ochsenhandels und -triebes in Ungarn, die Stadt Debrecen erwähnt werden.Debrecen ist heute die zweitgrößte Stadt Ungarns und als Zentrum der Reformation wird sie auch als „das Rom der Calvinisten“ bezeichnet. Im 16. Jahrhundert konvertierte ein Großteil der Bevölkerung zum calvinistischen Glauben. Wahrzeichen der Stadt ist die Große Reformierte Kirche(Nagytemplom), die auch in der ungarischen Geschichte eine wichtige Rollespielte. Hier verkündete 1849 Lajos Kossuth die Entthronung der Habsburger und die Unabhängigkeit Ungarns. Die im klassizistischen Stil erbaute Kirche ist in der Tat sehr groß, die Länge des Hauptschiffes beträgt 55 Meter und das Gotteshaus bietet den Besuchern etwa 3000 Sitzplätze. Der westliche Turm kann auch bestiegen werden (213 Treppen!). Von hier aus bietet sich eine großartige Aussicht auf das Stadtzentrum.Das 1538 gegründeteReformierte Kollegium von Debrecen brachte unzählige berühmte Schriftsteller, Dichter und Denker Ungarns hervor. Die Bibliothek der Schule beherbergt über 600.000 Bücher und 35.000 Handschriften.Debrecens größte Parkanlageist der sogenannte Großwald(Nagyerdő). Der BadekomplexAquaticum, bestehend aus Thermalbad, mediterranem Erlebnisbad und einem großen Freibad, lädt Jung und Alt zum Plantschen ein. Für Familienausflüge geeignet sind der Zoovon Debrecen und derVergnügungsparkmit Fahrgeschäften.
Jedes Jahr im August findet in Debrecen der berühmte Blumenkarneval statt. Der Umzug der mit über 3 Millionen Blumen geschmückten Wagen wird von Kapellen, Tanzgruppen, Spielmannszügen und anderen bunten Gruppen begleitet.
Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die nostalgische Fahrt mit der Zsuzsi Schmalspurbahn (ZsuzsiErdeiVasút) durch Wald und Puszta. Auf einer Strecke von 16 Kilometern fährt die älteste noch funktionierende Schmalspurbahn Ungarns die Gäste durch die Umgebung der Stadt.

Tourinform Debrecen
Piacutca 20
H-4024 Debrecen
Telefon: +36 52 412-250
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.debrecen.hu