2.3.3 Wittelsbacher Land

Der Landkreis Aichach-Friedberg, nordöstlich von der Stadt Augsburg, wird seit den 1990er-Jahren als „Wittelsbacher Land“ bezeichnet. Diese Region warnämlich „die Wiege“ der Wittelsbacher, einesAdelsgeschlechts, das Bayern 738 Jahre lang regierte.Die Stammburg der Wittelsbacher stand inOberwittelsbach, heute ein Stadtteil von Aichach. Zwei Mitglieder der Dynastie – Ludwig der Bayer im 14. Jahrhundert und Kurfürst Albrecht von Bayern im 18. Jahrhundert – schafften es sogar bis zum Kaiserthron und wurden zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Die fast 750 Jahre andauernde, ununterbrochene Herrschaft der Wittelsbacher ist einmalig in der Geschichte der europäischen Dynastien.
Die altbayerischen Städte Friedberg und Aichach mit ihren malerischen Altstädten sind die wichtigsten Zentren des Wittelsbacher Landes. Schlösser und Paläste, Kirchen und Klöster der Region erinnern an die bewegte Geschichte und das Wirken der Wittelsbacher. Die sanfte, abwechslungsreiche Hügellandschaft lädt zum Wandern und Radfahren ein. Urige Wirtschaften und gemütliche Biergärten bieten sich dabei als Rastplätze an.Verschiedene Wanderwege durch das Wittelsbacher Land finden Sie im Internet unter: www.wittelsbacherland.de/id-19-wanderrouten.html
FRIEDBERG

Die altbaierische Herzogstadt, die 2014 ihr 750-jähriges Bestehen feierte, wurde 1264 von Herzog Ludwig II. und von seinem Neffen Konradinzum Schutz der herzoglichen Grenz- und  Zollstelle gegründet. Wichtige Handelswege führten bereits im Mittelalter durch Friedberg, wie die Salzstraße und auch der Europäische Oxenweg. Die im 16. und 17. Jahrhundert von Pest und Kämpfen gebeutelte Stadt kam erst nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder zu einer neuen Blütezeit und wurde zur europaweit bekannten Uhrmacherstadt.Beim alledrei Jahre stattfindenden historischen Altstadtfest „Friedberger Zeit“ wird der Besucher in die Epoche zwischen 1680 und 1790 versetzt. Alte Handwerkstraditionen oder der Brauch der Bäckertaufe werden zu neuem Leben erweckt, Gaukler und Musiker unterhalten die Gäste, Schützen, Wachen und fahrendes Volk mischen sich unter die Leute. Das beliebte Fest zieht Besucher aus der ganzen Region an.
Weitere Infos: www.friedberg.de, www. friedberger-zeit.de
WO DIE FRIEDBERGER UHREN TICKEN:
WITTELSBACHER SCHLOSS
Das Wittelsbacher Schlossmit Bergfried, ein Wahrzeichen der Stadt Friedberg, steht nördlich der Altstadt, auf einem kleinen Hügel, von einem Burggraben umgeben. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig II. ließ die Burganlage im 13. Jahrhundert auf einer Anhöhe errichten, die zunächst als Grenzschutz diente. In der Zeit der Renaissance (1550–60) wurde die Burg zu einem Schloss umgebaut. In dem von Arkaden gesäumten Innenhof  finden Konzerte und Feste statt. Beeindruckend ist auch der Rittersaal mit seinem Gewölbe.
Das städtische Museum im Schloss zeigt neben Stadtgeschichtlichem auch eine einzigartige Uhren- und Fayencesammlung. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war die Stadt ein Zentrum des Uhrmacherhandwerks. Die „kurfürstlich privilegierte Porzellanmanufaktur“ im Schloss produzierte von 1754 bis 1768 reich verziertes Fayence-Geschirr.
DER „KELLER OHNE WIEDERKEHR“ UND EIN EINGEMAUERTER MÖNCH
SPUKGESCHICHTEN IM WITTELSBACHER SCHLOSS

Im Wittelsbacher Schloss spukt es gewaltig, jedenfalls wenn man den alten Sagen Glauben schenken darf. Das Kellergewölbe des Schlosses wird auch als der „Keller ohne Wiederkehr“ bezeichnet. Laut einer Legende gab es abenteuerlustige Schatzsucher, die aus dem Schlosskeller nie wieder herausgekommen sind und auf den Stufen ihr Leben lassen mussten. Eine andere „Spukgeschichte“ erzählt von einem Mönch,der einen Alchemisten betrügen wollte. Er bot ihm eine geweihte Hostie, da er sich im Tausch dafür Gold erhoffte, doch letztendlich erhielt er eine schreckliche Strafe undwurde im Schloss eingemauert.
Museum im Wittelsbacher Schloss
Schlossstr. 21
D-86316 Friedberg
Telefon: + 49 (0)821 60021 48
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www.museum-friedberg.de
(Das Museum ist wegen Umbauarbeiten bis 2018 geschlossen.)

EINE PERLE DES BAYERISCHEN ROKOKO:
WALLFAHRTSKIRCHE HERRGOTTSRUH
Der Überlieferung zufolge entstand die Kirche auf Initiative eines Friedberger Bürgers, der bei einer Pilgerreise in Gefangenschaft geriet und gelobte, eine Kapelle zu bauen, wenn er unversehrt wieder nach Hause gelangen würde. 1496 wurde das Versprechen eingelöst und die Kapelle errichtet. Der heutige Kirchenbau mit drei Schiffen, Turm und Chorrotunde entstand erst im 18. Jahrhundert. Die prachtvolle Wallfahrtskirche „Zu unseres Herrn Ruhe“, kurz nur „Herrgottsruh“ genannt, ist ein Juwel des bayerischen Rokoko. Bei der Ausstattung des Innenraumes mit Fresken und Stuck waren namhafte Künstler am Werk wie Cosmas Damian Asam, Matthäus Günther und die Gebrüder Feichtmayr. Der AltbaierischeOxenweg führt direkt an der Kirche vorbei. Auf den zahlreichen Votivtafeln im Kircheninneren sind häufig Rinder zu sehen. Vermutlich sind auch Gaben von Ochsenhändlern dabei, die ihre Dankbarkeit für den gelungenen Trieb und die Gesundheit der Tiere damit zum Ausdruck brachten.
BILDER ALS DANKSAGUNG:
VOTIVBILDER IN KIRCHEN
Seit dem Zeitalter des Barock bis heute sind Votivbilder oder Votivtafelnin der katholischen Kirche als Ausdruck der Volksfrömmigkeit sehr verbreitet. Das Anbringen der Tafel bedeutet eine öffentliche Danksagung für die Hilfe Gottes, Marias oder eines Heiligen, die jemandenaus einer kritischen Lebenssituation rettete.Die Darstellungen zeigen häufig kranke oder verletzte Menschen und Tiere, bei der Arbeit verunglückte Menschen, Soldaten und Kriegsszenen, Naturkatastrophen, wild gewordene Tiere u.a. Das Aufstellen oder Anbringen eines Votivbildes steht in enger Verbindung mit der Wallfahrt.Die auf Holz, Leinwand, Blech, Karton oder hinter Glas gemalten Votivbilder folgen oft einem bestimmten Schema: In den Wolken die himmlische Person, darunter die Figur des knienden oder betenden Stifters sowie der Hinweis „ex voto“mit Jahreszahl. Die Worte „ex voto“ bedeuten, dass die Spende aufgrund eines religiösen Versprechens (lat. votum) erfolgte.
Kirchenführungen über:
Touristinformation Friedberg
Marienplatz 5
D-86316 Friedberg
Telefon:+ 49 (0)821 6002-612
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www.friedberg.de
EINER MÄRTYRERIN GEWIDMET:
DIE WALLFAHRTSKIRCHE ST. AFRA IM FELDE
Die Kirche St. Afra im Felde südwestlich von Friedberg wurde der Überlieferung nach in der Nähe von der Stelle gebaut, wo die Heilige Afra starb. St. Afra ist die Patronin des Bistums Augsburg. Sie wurde 304 als christliche Märtyrerin verbrannt, weil sie nicht bereit war, dem christlichen Glauben abzuschwören und den römischen Göttern zu opfern.Die Wallfahrt zur Heiligen Afra findet jährlich am 7. August statt.
Eine erste Kirche wurde hier bereits im 12. Jahrhundert errichtet, im 15. Jahrhundert wurde sie dann im spätgotischen Stil erneuert. Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt das Gebäude schwere Schäden. Die heutige Barockkirche entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts, wurde aber lange Zeit als Munitionslager genutzt. Erst 1878 konnte das Gebäude wieder renoviert und als Wallfahrtskirche seinem eigentlichen Zweck zurückgeführt werden.
St. Afra im Felde
Afrastraße 142
D-86316 Friedberg
Telefon: + 49(0)821 588680
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www.sankt-afra-friedberg.de

OTTMARING

UNVERBRAUCHTE LANDSCHAFT:
PAARTALWANDERWEG  UND PAARDURCHBRUCH
Der als Paar-Route bezeichnete Teil des Oxenwegs führt entlang des Flusses Paar. Wo damals die ungarischen Graurinder vorbeitrabten, kann man heute immalerischen Flusstal, am Wasser entlang schöne Wanderungen und Radtouren machen.
Der Paardurchbruch bei Ottmaring/Rederzhausen ist eine geologische Besonderheit: Der Fluss  mündet nicht in den Lech, sondern verlässt bei Friedberg-Ottmaring das Lechtal mit einer Biegung nach Nordosten. Durch die Erosionstätigkeit der unteren Paar wurde die Lechleite durchschnitten und so fanden untere und obere Paar zueinander.Das Gebiet um den Paardurchbruch ist Landschaftsschutzgebiet.Naturfreunde finden hier noch eine ursprüngliche Flusslandschaft mit Silberweidenurwald sowie seltene Tier- und Pflanzenarten.

KISSING / GUT MERGENTHAU

DER BAYERISCHE ROBINHOOD:
ERLEBNISWELT „BAYERISCHERHIASL“

Südlich vom AltbaierischenOxenweg liegt die Stadt Kissing. Hier wurde 1736 der berühmt-berüchtigte Wilderer und Räuberhauptmann Matthäus Klostermayr, der „Bayerische Hiasl“ geboren. Mit seiner aus bis zu 30 Personen bestehenden Bande überfiel er Amtsstuben und andere öffentliche Einrichtungen. Das so erbeutete Geld verteilte er des Öfterenunter der armen Bevölkerung, er wurde deshalb als Volksheld verehrt.1771 wurde er in Dillingen öffentlich und äußerst grausam hingerichtet. Der Hiasl soll Schiller als Vorlage für seine Figur Karl Moor im Theaterstück „Die Räuber“ gedient haben. 2006 wurde auf Gut Mergenthau bei Kissing die„Hiasl-Erlebniswelt“ eröffnet, die das spannende Leben des „bayerischen Robin Hood“ thematisiert. Neben einigen ausgestellten Originalstücken werdendie LebensstationenKlostermayrs in Dioramen und Schaubildern nacherzählt.
Historischer Förderverein „Bayerischer Hiasl“ Kissing e.V.
Telefon: + 49 (0)8233 64 75
www.kissing.de
www.hiasl.augsburg-tourismus.de
(Nur von Mai bis Oktober, an Wochenenden bzw. nach Vereinbarung zu besichtigen.)
DASING

DER FAMILIENTIPP:
WESTERN-CITY UND KARL-MAY-FESTSPIELE

Kaum verlässt man die Autobahn München-Stuttgart bei Dasing, schon befindet man sich im Wilden Westen. Cowboys und Indianer bevölkern diebunte Westernstadt. Kleine und große Besucher können in die Atmosphäre der Westernfilme eintauchen,echte Pferde reiten, Pfeile verschießen, Lassos schwingen, Hufeisen werfen,aufregende Reit- und Stuntshows erleben. Die Karl-May-Festspiele mit Freilichtaufführungen im Sommer locken jedes Jahr Tausende von Besuchern an. Auf der 70 Meter breiten Naturbühne kann man die Geschichten um Winnetou und Old Shatterhandlive erleben.
Fred Rai Western-City
Neulwirth 3
D-86453 Dasing
Telefon: +49 (0)8205-225
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.western-city.de
NACHHALTIG EINKAUFEN:
BAUERNMARKT DASING

Täglich frische Lebensmittel und andere Naturprodukte direkt aus der Region bietet der Bauernmarkt Dasing an 364 Tagen im Jahr. Die Markthalle direkt an der Autobahn ist das größte bäuerliche Direktvermarktungsprojekt in Bayern. Neben erntefrischem Obst und Gemüse, Fleisch, Milchprodukten, Backwaren und Getränken erhalten die Kunden auch von den Bäuerinnen der Region selbst gemachte Produkte wie Marmelade, Liköre u. Ä.DasSelbstbedienungsrestaurant und der Biergarten im Sommer bieten bayerisch-schwäbische Schmankerl.
Bauernmarkt Dasing
An der Brandleiten 6
D-86453 Dasing
Telefon:  +49 (0)8205 95991-0
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.bauernmarkt-dasing.de

MALZHAUSEN
EIN ROSENKRANZ FÜR DIE SEELEN DER VIEHTREIBER:
DIE LEGENDE VON MALZHAUSEN

In der kleinen Ortschaft Malzhausen ist folgende Geschichte überliefert:„Als schon längst keine Ochsen mehr aus Ungarn durch Malzhausen getrieben wurden, hörten die Anwohner besonders in der Zeit um Allerseelen nachts die Viehtreiber fluchen und schreien. Die Malzhausener glaubten, deren Seelen fänden keine Ruhe. Deshalb wurde für die verlorenen Seelen zur Allerseelenzeit täglich der Rosenkranz gebetet – und es wurde still. Die Hofbewohner sollen diesen Brauch bis Anfang des vorigen Jahrhunderts aufrechterhalten haben.“
SIELENBACH

BAROCK MIT BYZANTINISCHER NOTE:
DIE WALLFAHRTSKIRCHEMARIABIRNBAUM

Am Fluss Ecknach, südlich von Sielenbach, steht die imposanteWallfahrtskirche Maria Birnbaum, ein außergewöhnliches Schmuckstück der Barockkunst. Sie wurde 1661–1668 als erste Kuppelkirche nördlich der Alpen errichtet. Die silbern schimmerndenKuppeln erinnern an byzantinische Bauten, doch auch italienische Einflüsse spielten beim Bau des Gotteshauses eine große Rolle. Die Wallfahrt entstand, als schwedische Soldaten ein Marienbild verstümmelten und in den Teich warfen. Ein Sielenbacher Dorfhirte rettete das Bild und stellte es in einen hohlen Birnbaum. Daraufhin ereigneten sich Wunderheilungen und immer mehr Pilger kamen zu diesem Ort. Ein Teil des Birnbaumstammes mit dem Gnadenbild befindet sich heute im Hochaltar der Kirche.
Wallfahrtskirche Maria Birnbaum
Maria-Birnbaum-Straße 51-53
D-86577 Sielenbach
Telefon: +49 (0) 82 58 / 99 85 – 0
www.maria-birnbaum.de
AICHACH

Die altbayerische Herzogstadt an der Paar war eine wichtige Station auf dem Oxenwegvon Schrobenhausen nach Augsburg. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh der Siedlung 1347 das Stadtrecht.Die Geschichte der Stadt Aichach ist eng mit der Geschichte der Wittelsbacher verknüpft. Der mittelalterliche Stadtkern, eingerahmt von den zwei historischen Stadttoren, bietet einige Sehenswürdigkeiten wie das barocke Rathaus, die spätgotische Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ oder die hübsch restaurierten Wehrtürme.
ARCHÄOLOGISCHE FUNDE IM STADTTOR:  
WITTELSBACHER MUSEUM

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind die zwei Stadttore und einige Türme erhalten geblieben.Im Unteren Stadtturm wurde im Juli 1989 das Wittelsbacher Museum als Zweigstelle der Archäologischen Staatssammlung München eröffnet.Die Ausgrabungen auf der Burg Oberswittelsbach bilden den Schwerpunkt der Ausstellung.  Vom Turm aus hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt.
Wittelsbacher Museum
Zweigmuseum der ArchäologischenStaatssammlung München
Unteres Stadttor
86551 Aichach
Telefon: + 49 (08251) 827471
www.aichach.de
STADTGESCHICHTE UND EIN LEGENDÄRER BÜRGERMEISTER:
STADTMUSEUM AICHACH

Das2008 eröffnete Stadtmuseum Aichach zeigt einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die Kunst- und Kulturgeschichte der alten Herzogstadt Aichach und ihrer Umgebung. Auf mehr als 1.000 Quadratmetern werden Exponate zur Landes- und Stadtgeschichte, zur bäuerlichen und bürgerlichen Kultur, zu Handel und Handwerk, Trachten und Volkskunst präsentiert. Eine Kuriosität des Museums istdie Sammlung von Einquartierungszetteln aus der Zeit der napoleonischen Kriege, die der damalige Bürgermeister Lorenz Gerhauser ab dem Jahr 1803 zu einer 15 Meter langen Papierbahn zusammengefügt hat. Er zahlte einem französischen General 3.000 Gulden aus seinem Privatvermögen, um eine Plünderung der Stadt abzuwenden und quartierte viele Franzosen unentgeltlich ein. Die eigenartige Zettelsammlung fertigte er wahrscheinlich in der Hoffnung an, nach dem Krieg eine finanzielle Entschädigung zu bekommen.
Stadtmuseum Aichach
Schulstraße 2
D-86551 Aichach
Telefon: +49 (0)8251 827472
www.stadtmuseum-aichach.de
AICHACH/UNTERWITTELSBACH

WO DIE KLEINE SISI SPIELTE:
DAS SISI-SCHLOSSUNTERWITTELSBACH

Im Aichacher Stadtteil Unterwittelsbach steht das hübsche Wasserschloss, in dem die berühmte Sisi vermutlich einen Teil ihrer Kindheit verbrachte. Die legendäre Sisi – Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, die schönste Frau ihrer Zeit, ist bekannt aus der Geschichte, aus den berühmten Filmen mit Romy Schneider sowie aus Musical und Literatur.
Sisis Vater, Herzog Max in Bayern,erwarb 1838 das Wasserschloss in Unterwittelsbach alsSommerresidenz, ließ es rundum erneuern und neu möblieren. Eine Lithografie aus dem Jahre 1844 zeigt die ganze Familie: Herzog Max im Kahn und seine Frau Ludovika mit einem kleinen Mädchen im Türrahmen des Schlosses, das die vierjährige Sisi darstellen soll. Die kleine Elisabethsoll hier viele vergnügte und unbeschwerte Sommertage als Kind verbracht haben. Architektonisch einzigartig ist auch die Schlosskapelle, die Herzog Max ebenfalls restaurieren ließ: Hier verschmilztder neugotische Stil mit maurisch-orientalischen Elementen.
Das Sisi-Schloss ist von November bis Mitte Mai geschlossen, von innen kann es während der jährlichen Sisi-Ausstellungen besichtigt werden.Unterwittelsbachist auch eine Station aufder „Sisi-Straße“, die von Augsburg bis ins ungarische Gödöllőoder bis nach Triest in Italien führt.
Sisi-Schloss
Klausenweg 1
D-86551 Aichach
Telefon: + 49 (0)8251891869

KÜHBACH

WO SISISVATER RAUSCHENDE FESTE FEIERTE:
SCHLOSS KÜHBACH

Das heutige Schloss entstand aus einem im Jahre 1011 gegründeten Kloster der Benediktinerinnen. 1831 kam das Gebäude in den Besitz von Herzog Max in Bayern, dem Vater der legendären Sisi. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1860 wurde das Schloss im klassizistischen Stil als Dreiflügelanlage neu aufgebaut. Der Herzog nutzte das Schloss gerne für ausgiebige Feste und ließ den Park und den prächtigen Schlosssaal nach seinen Vorstellungen neu gestalten. Heute ist das Gebäude im Privatbesitz der Familie Beck-Peccoz und kann von innen nicht besichtigt werden. Die bronzenen Steinböcke vor dem Haus stellen die Wappentiere der Familie Beck-Peccozdar. Direkt neben dem Schloss befindet sich die Kühbacher Brauerei und ein großzügig angelegter Biergarten im Schlosspark. Sehenswert ist auch die ehemalige Klosterkirche St. Magnus.

INCHENHOFEN

PILGER UND LEONHARDIRITT:
WALLFAHRTSKIRCHE ST.LEONHARD

Jahrhundertelang war der kleine bayerische Ort Inchenhofeneines der wichtigsten Wallfahrtsziele in Europa, nur noch übertroffen von Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela. Noch heute führt aus jeder Himmelsrichtung eine Straße auf die Wallfahrtskirche zu, die 1450–57 im spätgotischen Stil errichtet wurde. Nach einem Brand erhielt das Gotteshaus eine Neugestaltung im Stil des Rokoko. Das Hauptfresko vom bischöflichen Hofmaler Ignaz Baldauf stellt das Leben und Wirken des Heiligen Leonhard dar. Er war der Schutzpatron der unschuldig Gefangenen, der Geisteskranken, der Gebärenden und später auch der Beschützer des Hausviehs. Höhepunkt des Wallfahrtjahres ist der älteste altbaierischeLeonhardiritt Anfang November, ein farbenprächtiges Ereignis mit vielen Besuchern. Auf dem meditativen Wanderweg rund um Inchenhofen (7, 2 km) erfährt man Wissenswertes über die Geschichte der Wallfahrt.
Pfarrkiche St. Leonhard
Zisterzienserplatz 1
D-86570 Inchenhofen
Telefon: +49 (0)8257 1220
www.pfarrei-inchenhofen.de
SPEZIALITÄTENWIRTE IM WITTELSBACHER LAND
Wer das Wittelsbacher Land besucht, sollte sich auch das Original Wittelsbacher „Oxenfleisch“ nicht entgehen lassen. Zehn Spezialitätenwirte aus der Region bieten Ochsengerichte in höchster Qualität an. Das „Oxenfleisch“, das im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit als kulinarische Köstlichkeit und als bestes Rindfleisch schlechthin galt, ist besonders feinfaserig, zart und weist eine feine Marmorierung auf.Von der Aufzucht bis zur Schlachtung der Tiere wird auf vieles geachtet, wie z. B. auf ausschließlich heimisches Futter, Weidehaltung und Freilauf. Nach dem Verzehr eines zarten „Oxenbratens“kann man bei den Spezialitätenwirten einen eigens gebrannten „Oxler-Schnaps“ probieren.
Die Liste der Oxenwirtemit Adressen finden Sie im Internet unter:
www.spezialitaeten-wirte.de/die-spezialitatenwirte/