2.3.6 Augsburg

ENDSTATION OXENWEG:
DIE STADTMETZG

Das alte Schlachthaus von Augsburg (ab 1335) befand sich beim Kloster Maria Stern. Die Metzgerzunft Augsburgs ließ Anfang des 17. Jahrhunderts ein neues Gebäude, die Stadtmetzg errichten. Nach Plänen des berühmten Stadtbaumeisters Elias Holl wurde das Zunft- und Verkaufshaus der Metzger zwischen 1606 und 1609 gebaut. Der Standort war klug gewählt und bestens geplant: Das Haus steht über dem Lechkanal, der in Verbindung mit den beiden Portalen für Lüftung sorgte, außerdem konnten die Fleischabfälle in den Fluss geworfen werden, der diese aus der Stadt spülte. So wurden zwei Probleme, die Kühlung der Ware und die Entsorgung der Abfälle, gleichzeitig gelöst. Die beiden Portale zieren Ochsenschädel mit den typischen Hörnern. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude zur Reichsstädtischen Kunstakademie umfunktioniert, heute wird es vom Sozialamt der Stadt genutzt.

AUGSBURGS NEUES MUSEUM MIT INNOVATIVER MUSEUMSTECHNIK:
DAS FUGGER UND WELSER ERLEBNISMUSEUM

Das 2014 neu eröffnete Fugger und Welser Erlebnismuseum im Wieselhaus erzählt die Geschichte der beiden berühmten Kaufmannsfamilien im 15. und 16. Jahrhundert. Der Wirkungskreis der Fugger und Welser reichte von Indien bis Südamerika, ihre Macht und ihr Vermögen waren nicht nur für die damalige Zeit unvorstellbar.
Im Erdgeschoss werden die Handelsbeziehungen der Fugger und Welser in der ganzen Welt thematisiert. Der Gewölbekeller ist dem Thema Bergbau und Montanwirtschaft gewidmet, da ein Teil des riesigen Vermögens der Kaufleute aus dem Abbau verschiedener Edelmetalle von Silber bis Kupfer und aus dem Handel damit entstand. Im Obergeschoss trifft man Jakob Fugger und Bartholomäus Welser bei einem Disput „höchstpersönlich“. Die Figuren, von Schauspielern gespielt, werden durch Hologramm-Projektion und Ton zum Leben erweckt. Im obersten Stockwerk können die Besucher einen Augsburger Geschlechtertanz erleben und Augsburger Patrizier belauschen, die sich über Wirtschaft, Religion und Politik austauschen. Auch hier haben sich die Museumsplaner etwas Originelles einfallen lassen: Die Personen in Renaissancegewändern sehen auf den ersten Blick wie alte Gemälde in Bilderrahmen aus, doch die Bilder können sich auf einmal bewegen und führen Gespräche, wie in den Harry-Potter-Filmen.
Viele interaktive Stationen können im Wieselhaus entdeckt werden, dazu bekommt jeder Besucher am Eingang ein Pfeffersäckchen. In ihm befindet sich ein elektronischer Chip, mit dem sich die einzelnen Stationen steuern lassen.
Fugger und Welser Erlebnismuseum
Äußeres Pfaffengässchen 23
86152 Augsburg
Telefon: + 49 821-50207-0
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www.fugger-und-welser-museum.de